Zu 1) Welche Rasse züchtest Du und seit wie vielen Jahren?

Meine erste Rasse war Großchinchilla, ca. 2 Jahre lang, anschließend züchtete ich weiße Hotot und Hermelin Rotaugen. Auf Hermelin RA spezialisierte ich mich ca. 20 Jahre lang, später kamen Farbenzwerge grau und Hermelin Blauaugen dazu. Zurzeit züchte ich Zwergwidder marderbraun, thüringerfarbig und schwarz, außerdem noch Farbenzwerge blau.

Zu 2) Was gefällt Dir an diesen Rassen besonders?

Zwergwidder züchte ich wegen der großen Vielfalt der Rasse. Durch den Widderclub W 585 streben wir Verbesserungen der einzelnen Farbenschläge an. Die Rasse Farbenzwerge blau züchte ich weiter, weil ich seit über 30 Jahren Mitglied im Hermelin- und Farbenzwergeclub W 193 Gelsenkirchen bin und die Clubvereinigung weiter fördern möchte mit meinen Tieren.

Zu 3) Welche Verbesserungen strebst Du bei Deiner Rasse an?

Bei den Farbenzwergen blau möchte ich, dass sich die Farbe und Fellstruktur durch meine Zucht verbessert. Bei den Widderkaninchen möchte ich erst einmal Fuß fassen, da ich diese neuen Farbenschläge erst seit 2014 züchte.

Zu 4) Gibt es Besonderheiten bei Deiner Stallanlage?

Meine Stallanlage befindet sich in meinem Garten. Es gibt einmal einen Außenstall mit 35 Boxen in unterschiedlichen Größen, 1 m x 60 cm und 60 x 60 cm, der Innenstall hat 26 Buchten der Größe
60 x 70 cm und 120 x 70 cm sowie einen Zuchtstall mit Heizung, in dem sich 6 Boxen vom 1 m
x 50 cm befinden.

Zu 5) Wie viele Tiere versorgst Du im Zuchtjahr?

Ca. 60 bis 80 Tiere versorge ich in einem Zuchtjahr mindestens, wenn die Zucht gut klappt.

Zu 6) Wie viele Zuchttiere werden eingesetzt?

Es werden von mir meist ca. 15 Häsinnen und 6 Rammler insgesamt für die 4 verschiedenen Rassen eingesetzt.

Zu 7) Wie sieht Deine Fütterungsmethode aus?

Ich füttere meine Tiere einmal am Tag (morgens), bei Zuchthäsinnen mit Jungen füttere ich ein zweites Mal (abends). Das Futter besteht aus ca. 40 gr. Pellets (Pröffkes) für Farbenzwerge, 10 gr. Haferflocken, ein kleines Stück Möhre sowie eine kleine Hand voll Heu. Die Widder erhalten ca. 70 gr. Pellets, alles andere genau wie die Farbenzwerge.

Zu 8) Welches ist das Geheimnis Deines Erfolgs?

Es ist wichtig für mich, meine Tiere oft aus der Bucht zu nehmen, auf den Tisch zu stellen, genau anzuschauen und die Stellung für die Bewertung einzuüben. Dadurch fallen mir Fehler auf. Meine Stärke ist außerdem die Fähigkeit, bei Häsinnen zu fühlen, ob sie deckfähig sind und nach 8 Tagen kann ich feststellen, ob sie tragend sind. Sollten die Häsinnen nicht tragend sein, kann ich sie zeitnah neu belegen lassen, dadurch gewinne ich Zeit und brauche weniger Zuchthäsinnen.

Zu 9) Was macht Dir besondere Freude an der Zucht?

Das Aufwachsen und die Entwicklung der Jungtiere zu beobachten sowie im Herbst die Erfolge auf den Ausstellungen.

Zu 10) Was bedeutet für Dich das Wort "Züchterfreundschaft"?

Züchterfreundschaft bedeutet für mich, dass ich mich auf meine Zuchtkollegen verlassen kann. Gute Tiere kann man selten kaufen, man tauscht sie unter Kollegen aus, wodurch man auch mal nicht so erfolgreiche Zuchtjahre übersteht.

Zu 11) Hast Du weitere Hobbys?

Familie ist mir sehr wichtig. Gleichzeitig bin ich seit über 30 Jahren Betreuer von Jugend- und Seniorenmannschaften meines örtlichen Fußballvereins Spvgg Vreden.

Zu 12) Ist die Clubarbeit für Dich wichtig?

Clubarbeit ist für mich sehr wichtig, weil ich dadurch Kollegen aus anderen Landesverbänden und Clubs kennengelernt habe und die Zucht damit hoffentlich auch weitergebracht habe. In den Clubs wird spezieller auf die einzelnen Rassen eingegangen, was mir sehr wichtig erscheint.

Zu 13) Welchen Stellenwert hat für Dich die Jugendarbeit?

Die Jugendarbeit hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich bin in der glücklichen Lage, in meinem Ortsverein W 165 eine große und erfolgreiche Jugendgruppe zu haben. Es macht Spaß, die Jugendlichen mit Rat und Tat zu unterstützen und ihre Begeisterung zu sehen. Mit den neuen Medien, z. B. Whatsapp, gibt es heute ganz andere Möglichkeiten, sich untereinander zu informieren. Das gefällt mir sehr gut.

Zu 14) Was bedeutet für Dich die Bundes-Kaninchenschau?

Der Höhepunkt der Saison, Austausch mit Zuchtkollegen aus vielen Landesverbänden und auch anderen Ländern, Treffen von langjährigen Zuchtfreunden und natürlich auch, .dort meine Tiere auszustellen und Erfolge zu erzielen.

Zu 15) Übst Du im Verein oder Verband ein Ehrenamt aus?

Ja, ich bin seit über 30 Jahren Tätowiermeister, war auch schon 20 Jahre lang 2. Vorsitzender meines Ortsvereins und Mitorganisator beim Aufbau von Orts-, Kreis-, Club- und Landesverbandsclubschauen.

Zu 16) Wie siehst Du die Zukunft der Rassekaninchenzucht?

Durch die erschwerte Haltung von Kaninchen in Wohngebieten heutzutage und die Verpflichtung, jeden Tag für die Tiere da zu sein, sowie auch durch andere Interessen ist eine Abwanderung von Jugendlichen vorprogrammiert. Die Züchter werden älter und der Nachwuchs fehlt eigentlich, was sich auf dem Lande nicht so gravierend zeigt wie in den Großstädten. Ich hoffe, dass die Jugend durch Vereinsarbeit, sei es in Kaninchenzuchtvereinen, Kleintiervereinen oder auch in Sportvereinen lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Gut Zucht! Euer Zuchtkollege Gerd Ratering

Die Fragen stellte Rolf Kamperschroer RfÖ

 

 

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